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  • AutorenbildOliver Ujhazi

Was passiert gerade auf dem Immobilienmarkt?

Zwischen den Angebotspreisen und letztendlichen Kaufpreisen liegen zur Zeit zähe

Verhandlungen.


Die letzten zehn Jahre war der Immobilien-Markt gefühlt "leergefegt", und das

Geld für Kredite billig zu haben. Zu Preisverhandlungen kam es nur, wenn man es eigentlich nicht nötig hatte, eine Immobilie zu kaufen. Doch genau das verändert sich gerade. Vor allem, weil die Zinsen so stark gestiegen sind, gibt es ab sofort wieder einen größeren Verhandlungsspielraum beim Immobilienkauf.


Der Immobilienmarkt befinde sich aktuell in einer Phase der Anpassung an die neue ökonomische Realität. Im Käufermarkt ist diese vor allem durch das neue Zinsniveau geprägt. Immobilienverkäuferinnen und Verkäufer haben es aktuell deutlich schwerer, Käuferinnen und Käufer für ihre Immobilienangebote zu finden. Kaufinteressierten mit genug Eigenkapital kommt der gesunkene Wettbewerb um Immobilien entgegen. Sie finden aktuell deutlich mehr Angebote und können wieder eher über den Kaufpreis verhandeln als zuvor.



Endet nun der Preisaufschwung?


Weitere Beweise für die aktuelle Marktentwicklung liefert der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Wenn es um zuverlässige Daten von Verkaufspreisen im Immobilienverkauf geht, ist der vdp eine gute Quelle. Auch die regionalen Gutachterausschüsse haben wertvolle Informationen. Über einen Index werden die tatsächlichen Verkaufspreise der Immobilien quartalsweise dargestellt. Grundlage sind rund 60.000 Daten von 700 im VDP vereinten Banken. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Bestandteil der Immobilienpreisbeobachtung der Deutschen Bundesbank.


Der Marktbericht zur Indexauswertung des dritten Quartals 2022 trägt den vielsagenden

Titel „Jahrelanger Aufschwung am deutschen Immobilienmarkt endet“. In der Kurve des VDP-

Index zeigt sich ein deutlicher Knick.


Zum ersten Mal nach über zwölf Jahren sanken die Preise für Wohnimmobilien im dritten Quartal 2022 um 1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gibt es aber immer noch ein Plus von 4,7 Prozent, aber eben nicht mehr ein Plus von 8,7 Prozent wie noch im dritten Quartal 2021.


Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sehen die Preise noch glimpflich aus, bei

Mehrfamilienhäusern ging es dagegen, verglichen mit dem zweiten Quartal 2022, um knapp

zwei Prozent bergab. In den Top-7-Metropolen war der Wohnungsmarkt stabiler, aber sogar

hier sanken die Preise im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent.


Es bleibt zu erwarten, dass sich der Trend für die nächsten Jahre mit höheren Kosten im

Erwerb für Käuferinnen und Käufer und größeren Verlusten im Verkauf für Verkäuferinnen und Verkäufer auf ein neues Niveau anpassen wird.

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